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05.10.2021

Verliert Covid-19 bald seine Todesgefahr?

Pillen gegen Covid-19 könnten schon vor Weihnachten erhältlich sein und die Spital-Eintritte verringern. Bild: Linth24
Covid-19 macht Angst, weil es gegen die Krankheit bislang kaum Medikamente gab. Die Pharmaindustrie steht aber kurz davor, wirksame Pillen gegen Covid-19-Angriffe auf den Markt zu bringen.

von Bruno Hug

Die Medien verbreiten die frohe Kunde rund um den Globus immer lautstarker. Die Pharmabranche ist daran, in beispielhaften, weltumspannenden Allianzen die Covid-Pandemie massiv zurückzudrängen: Bisher mussten gefährdete Covid-Erkrankte in Spitalpflege. Und jene, die den Virenangriff zuhause bezwingen wollten, erhielten vom Arzt einen Medikamenten-Cocktail, bestehend aus Antibiotika, Kortison und Blutverdünner.

Die Pille gegen Covid-19

Die Zeit solcher Allzweckwaffen gegen das Covid-19-Virus könnte schon gegen Weihnachten vorbei sein. Die Medizin wünscht sich seit Ausbruch der Pandemie ein antivirales Mittel gegen das Virus, das erkrankte Menschen zuhause einnehmen können. Die angesteckten Personen müssten damit nicht mehr zur Infusion in Spitalpflege, sondern können die Pille gegen Covid-19 in den eigenen vier Wänden einnehmen.

Roche und Merck haben Nase vorn

Die Pharmagiganten Roche und Merck stehen beide schon nahe am Ziel, eine derartige Pille anzubieten. Der Schweizer Pharmariese Roche hat bereits im Sommer damit begonnen, die Produktion ihrer Pille mit dem Kürzel AT-527 hochzufahren.
Schon einen Schritt weiter dürfte die Pille «Molnupiravir» des US-Pharma-Giganten Merck & Co sein. Die Studienergebnisse seiner Anti-Covid-Pille sind höchst erfreulich: Von den mit «Molnupiravir» behandelten, ungeimpften Risikopatienten mussten nur halb so viele ins Spital wie bei der Vergleichsgruppe, die ein Placebo (ein «Scheinmedikament») erhielten. Von den mit «Molnupiravir»-Behandelten ist in 29 Tagen kein einziger gestorben – im Gegensatz zu den mit Placebo behandelten Personen. Das Medikament ist derart erfolgreich, dass die Placebo-Tests aus ethischen Gründen nicht mehr fortgesetzt wurden. Es war nicht mehr zu verantworten, einen Teil der Patienten nicht mit dem echten Medikament zu behandeln. Merck hofft, für sein Medikament in den USA die Zulassung noch vor Weihnachten zu erhalten.

Politik reagiert auf neue Medis

Weitere Medikamente sind weltweit in Prüfung. So auch das Projekt des Basler Start-Ups Kinaurs, das ebenfalls auf der Fährte einer Covid-19-Pille ist.
Die Pille gegen das Covid-19-Virus ist umso dringender und willkommener, weil weltweit gerätselt wird, wie oft sich gesunde Menschen gegen das Virus impfen können – und was auf Dauer deren Folge ist.

Erste Politiker beginnen auf die hoffnungsvollen Nachrichten zu reagieren. Der Fraktionschef der SVP, Thomas Aeschi, wird in der Sonntags-Zeitung mit folgender Aussage zitiert: «Wir sind der Ansicht, dass sich die Corona-Massnahmen im Allgemeinen und die Zertifikatspflicht im Besonderen nicht rechtfertigen lassen, wenn es in den Spitälern genügend Kapazität hat. Die Spitaleintritte sind jetzt schon rückläufig.» Und falls neue Medikamente die Spital-Eintritte nochmals halbieren würden, muss die Zertifikatspflicht aufgehoben werden.

Bruno Hug, Linth24