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Bildung
28.02.2022

Sprachaustausch einmal anders

Andrea Eisenring (links) und Laura Gautschi vor dem Schulhaus in Pully. Bild: pd
Zwei Herisauer Sekundarlehrerinnen hielten sich kürzlich an einer Schule in Pully auf. Sie tauschten den Unterrichtsort für zwei Wochen mit Westschweizer Kolleginnen.

«Aus einer spontanen Idee wurde eine konkrete Umsetzung. Der Aufwand hat sich gelohnt», sagt Laura Gautschi, Lehrerin im Ebnet West. «Es war eine sehr bereichernde Zeit und eine Französisch-Intensivweiterbildung. Wir haben Deutsch als Fremdsprache erteilt und andere Fächer in Französisch unterrichtet», blickt ihre Kollegin Andrea Eisenring vom Ebnet Ost zurück. Während zwei Wochen weilten die beiden Lehrerinnen an der Sekundarschule in Pully VD; gleichzeitig hielten sich zwei Lehrpersonen aus der Westschweiz in den beiden Herisauer Oberstufenschulhäusern auf. Bei den Kosten für Unterkunft und Transport konnten die Lehrerinnen auf Unterstützung durch die Organisation «Movetia» zählen; dies ist die nationale Agentur zur Förderung von Austausch und Mobilität im Bildungssystem.

Unterschiede zu Herisau

Im Newsletter der Schule teilte der Direktor auf Wunsch der beiden Herisauerinnen dem Kollegium in Pully mit, dass Lehrpersonen in der Deutschschweiz miteinander «Duzis» seien und für die Herisauerinnen ein Umgang per «Sie» komisch wäre. Es sei interessant gewesen, ein anderes Schulsystem kennenzulernen, sagen Laura Gautschi und Andrea Eisenring. Der Unterricht in der Westschweizer Schule sei eher traditionell ausgerichtet und finde vor allem frontal statt. Dieser unterscheide sich von jenem in Herisau, wo man zum Beispiel in Niveaus unterrichte. Die Schülerinnen und Schüler in Pully seien sich wenig gewohnt, in Gruppen und selbstständig zu arbeiten.

Bald tauschen die Jugendlichen

Die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler zum Austausch der Lehrpersonen seien in Herisau wie in Pully positiv gewesen. Zwischen Mitte März und Ende Mai werden Herisauer Jugendliche des zweiten Sekundarschuljahrgangs zu fünft für jeweils eine Woche in Pully zur Schule gehen – Westschweizer Lernende werden in Herisau wohnen und die Schule besuchen. Das Angebot zu diesem Austausch von Schülerinnen und Schülern ist in Herisau institutionalisiert. Für die Schülerinnen und Schüler aus Pully, die vor einem Jahr zu Gast waren, gab es nun ein Wiedersehen mit Andrea Eisenring. «Als kleines kulturelles Mitbringsel führten wir ein Schweizerdeutsch-Quiz durch, das Herisauer Jugendliche vorbereitet hatten.»

Diese Waadtländer Klasse war vor einem Jahr in Herisau zu Gast. Bild: pd
pd / herisau24.ch