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Bildung
21.01.2022

Die hölzigen Berufe für einen Tag erleben

Felix Brühwilder, Schreiner-Instruktor (rechts) an der Holzfachschule in Teufen, zeigt den Schülern aus Schönengrund, auf was bei den Bilderrahmen geachtet werden muss. Bild: Clemens Fässler
Berufstage gaben umfassende Einblicke in die Schreiner- und Zimmermannstätigkeit. 10 Klassen mit knapp 200 Mädchen und Knaben nahmen an den Berufstagen der Schreiner und Zimmerleute in Teufen teil. Einen ganzen Tag verbrachten sie im Bankraum und in den Theorieräumen, um die beiden Berufe näher kennenzulernen.

Es ist schon fast eine Tradition, dass die Jugendlichen einen Pfannenuntersetzer und einen Bilderrahmen fertigen; kleine und eher unscheinbare Objekte, an denen aber verschiedene Aspekte der hölzigen Berufe praxisnah vermittelt werden können. An erster Stelle steht der Werkstoff Holz, dessen Vielfalt sich an den Pfannenuntersetzter zeigt: helles Ahorn-, feingliedriges Buchen- und kräftiges Nussbaumholz werden dazu ausgewählt. Viele Jugendliche werden sich zum ersten Mal dieser Unterschiede bewusst, andere aber wissen, dass in der Vielfalt des Holzes eine Faszination liegt, die ein Grund für eine Schreiner- oder Zimmermannslehre sein könnte.

Futsch ist futsch und hin ist hin

Auch an einfachen Objekten wird klar: Wenn der Bleistiftstrich vor dem Ölen nicht entfern wird, dann bleibt er. Nachträgliches radieren geht nicht und Holz kennt auch keine Delete-Taste. Konzentriertes Arbeiten ist also ein weiterer Aspekt des hölzigen und wohl jeden Handwerkes. «Passt auf, dass ihr nicht zu viel mit der Feile abnimmt», mahnt in diesem Sinne Felix Brühwiler, Instruktor an der Holzfachschule. Denn was weg sei, bleibe weg. Dies gelte übrigens nicht nur für Holz, sondern auch für Haare an einer Tischbohrmaschine. Arbeitssicherheit ist denn auch ein Thema, dass den Schülern schon an den Berufstagen ans Herz gelegt wird.

Die Rundung muss perfekt sein

Soll die Rückwand bündig in den Bilderrahmen passen, müssen die abgerundeten Ecken millimetergenau ausgearbeitet sein. Hier können die Mädchen und Knaben ihren Ehrgeiz zeigen. Und leicht lässt sich erkennen, wer sich für genaues Schaffen begeistern und handwerkliches Geschick an den Tag legen kann. Beides sind zentrale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Schreiner- oder Zimmermannslehre. Ebenso wichtig sind aber auch die schulischen Leistungen. Und so steht auch der Theorieblock am Berufstag beispielhaft für eine spätere Lehre. Denn auch wenn manch einer nach der Oberstufe der Schule für immer denn Rücken kehren möchte, bleibt sie auch für die Lehrzeit wichtig.

Heiss begehrte Lehrstellen

Gerade wenn es um die Bewerbung für eine Lehre geht, sind gute Vornoten entscheidend. Das wissen auch die Sekundarschüler aus Schönengrund, die an diesem Morgen in Teufen sind. Die guten Lehrstellen seien bereit in der Mitte der 2. Sekundarstufe vergeben, wissen sie. Und wer noch keine Lehrstelle habe, sei intensiv am Schnuppern. Dabei kommen die Berufstage in Teufen gerade richtig. Den einen dienen Sie als Entscheidungshilfe für einen handwerklichen Beruf, den anderen eher als Bestätigung, dass sie künftig nicht in einer Werkstatt stehen möchten. Den meisten aber geben die kleinen Arbeiten und Vorträge einen guten Einblick ins Berufsleben, das sich gerade mit Blick auf Begeisterungsfähigkeit, Genauigkeit und Zuverlässigkeit kaum von Beruf zu Beruf unterscheidet.

Konzentriert arbeiten die Schüler aus Schönengrund an den Bilderrahmen. Bild: Clemens Fässler
pd / Clemens Fässler